Wednesday, 8. February 2012
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Lageanomalien führen zur Risikogeburt PDF Drucken E-Mail

Lageanomalien:
   
Beckenendlage (Steißlage)

Bei der Beckenendlage liegt das Kind mit dem Gesäß in Richtung Geburtskanal. Diese untypische Lage tritt in ungefähr fünf Prozent aller Schwangerschaften auf. Die Diagnose einer Beckenendlage wird am besten durch den Ultraschall gestellt.

Die Entbindung einer Beckenendlage ist riskant, weil das Gesäß oder auch die Füße weniger geeignet sind, den Geburtsweg aufzudehnen, als der Kopf. Wenn der Steiß geboren ist, kommt der Zeitpunkt, wo die Nabelschnur abgedrückt wird, der Kopf aber noch in der Gebärmutter ist.

Dies ist der gefährlichste Zeitpunkt.

Es besteht ein hoher Druck sowie eine starke Zugbelastung auf das Köpfchen und die Wirbelsäule. Diese Druckschwankungen können zu neurologischen Ausfällen führen, weshalb bei den Beckenendlagen aus Vorsicht meist die Indikation zum Kaiserschnitt gestellt wird.

In manchen Kliniken wird zunächst eine vaginale Geburt versucht, allerdings nur dann, wenn die Schwangere es ausdrücklich wünscht und die bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind (z.B. die Frau hat schon einmal geboren, das Geburtsgewicht des zu erwartenden Kindes liegt unter 3500g).

Bei der sehr seltenen Fußlage oder wenn das Köpfchen gestreckt mit dem Gesicht nach oben liegt, wird generell ein Kaiserschnitt durchgeführt. Häufig drehen sich Kinder bis zur Geburt von allein in die Schädellage. Diese Drehung lässt sich durch folgende Wendeversuche unterstützen.

Indische Brücke
Die Schwangere liegt dabei auf dem Rücken - Bauch und Becken werden für 10 Minuten hoch gelagert. Diese für Mutter und Kind unbequeme Stellung soll - zweimal täglich durchgeführt – das Kind zur selbständigen Drehung motivieren.

Moxibustion
Nach chinesischer Tradition sollen Kinder in Beckenendlage durch Wärmeanwendung an einem bestimmten Akupunkturpunkt (kleine Zehe der Schwangeren) mit Hilfe von brennendem Moxakraut zu einer Drehung in die Schädellage veranlaßt werden. Die Wärmeanwendung regt die Kindesbewegungen für etwa 12-24 Stunden deutlich an und fördert somit die Drehbereitschaft des Kindes. Durch Moxibustionsbehandlung soll eine Spontandrehungsrate von über 50 % erreicht werden können.

Äußere Wendung
Bei der äußeren Wendung wird mit beiden Händen versucht das Kind von außen zu drehen. Das Kind soll in der Gebärmutter eine "Rolle rückwärts" machen um so von der Steiß- in die Schädelendlage zu kommen. Mögliche Komplikationen sind ein vorzeitigen Ablösen des Mutterkuchens und Nabelschnurumschlingungen. Bei Komplikationen muß ein sofortiger Kaiserschnitt erfolgen.

In der Regel wird in diesem Fall eine PDA medizinisch indiziert sein, da Entbindungen bei Beckenendlagen meistens länger dauern.

Querlage
Bei der in 0,5 % bis 1 % aller Fälle vorkommenden Querlage liegt das Kind nicht längs, sondern quer in der Gebärmutter. Eine Querlage kann sich von selbst korrigieren und gegen Ende der Schwangerschaft, manchmal auch erst beim Einsetzen der Wehen, zu einer Schädel- oder Steißlage werden. Bei Querlage ist ein Kaiserschnitt indiziert.
Ein Problem der Querlage ist, dass beim Platzen der Fruchtblase die Nabelschnur in die Scheide vorfallen kann, da weder Kopf noch Gesäß den Beckenausgang blockieren und dies verhindern. Solch ein Nabelschnurvorfall verlangt das sofortige Eingreifen des Geburtshelfers, damit das Kind so schnell und sicher wie möglich entbunden wird.

 

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